Therapie: Physiotherapie
Zusammenfassung
Empfehlungen zur Atemphysiotherapie
Durch einen primären genetischen Defekt funktioniert die Bewegung der Flimmerhärchen in den unteren und oberen Atemwegen nicht oder nicht ausreichend. In den Nasenhöhlen und in den Bronchien bleibt das Sekret und bietet einen ausgezeichneten Nährboden für Keime.
Eine intensive Inhalations- und Atemphysiotherapie ist ab Diagnosestellung sinnvoll und notwendig um auch eine evtl. Lungentransplantation zu verhindern.
Inhalationstherapie
Mit Düsen-, Ultraschall- oder Membranvernebler 1 bis 3 Mal täglich durchführen. Für die oberen Atemwege haben sich Inhalationen mit Pari Sole oder Pari Sinus bewährt. Siehe auch hier.
Physiotherapeutische Maßnahmen zur Sekretlösung aus den oberen Atemwegen
Tägliche Nasenspülungen mit Meer- oder Emsersalz, Nasenduschen mit z. B. Rhinoclear haben sich positiv bewährt. Der Einsatz von Hilfsmitteln wie RC Cornet N und eines Vibrationsstabs sind zu empfehlen. Ebenso eine Gesichtsmassage der Reflexpunkte für die Nasennebenhöhlen.
Physiotherapeutische Maßnahmen für die unteren Atemwege
Tägliche Übungen zur Brustkorbmobilisation werden empfohlen. Das Erlernen von Techniken zur Sekretlösung wie die Autogene Drainage und der effektive Umgang mit Flutter und oder RC Cornet unverzichtbar.
Klassische Atemtherapietechniken wie Heiße Rolle und Brustkorbmassage nach „Peppmüller“ haben sich zur Sekretlösung und Atemmuskelentspannung als sehr effektiv bewiesen. Auch die „Reflektorische Atemtherapie“ nach Dr. Schmitt und Brüne hat sich bewährt.
Zur Entblähung der Lunge und Sekrettransport können Minipepsysteme und das Pari-Pepsystem eingesetzt werden.
Welche Hilsmittel werden benötigt
| Pezziball | VRP 1 Flutter | Nasenspülkännchen |
| Kleintrampolin | RC Cornet N | Nasendusche |
| Therapiematte | PEP System | Vibrationsstab |
| Lagerungskeil | Pari Sinus/Sole | Vaporisator |
| Sprossenwand | Inhalator | Igelball |
Diese Empfehlungen zur Inhalation und Atemphysiotherapie beruhen auf Auswertungsergebnissen einer Befragung der Patienten im Jahr 2000 und 2005.
Heike Linz-Keul
Atemphysiotherapeutin und
Mitglied im medizinisch-wissenschaftlichen Beirat
der Selbsthilfegruppe Kartagener Syndrom und Primäre Ciliäre Dyskinesie e. V.
Referentin: Fr. Heike Linz, Physiotherapeutin mit Spezialisierung für Atemtherapie
Konsequente Anwendung von Physiotherapie ist ein unerläßliches Mittel zur Gesunderhaltung der Lunge.
Um den festsitzenden Schleim zu mobilisieren gibt es verschiedene Möglichkeiten:
nur durch Fachpersonal durchzuführen
- Thoraxmassage
- reflektorische Hautreizgriffe
- Ausstreichung der Zwischenrippenräume
vom Patienten zu Hause durchzuführen
- Inhalation
- VRP 1- Desitin (früher als "Flutter" bekannt)
- RC-Cornet
- autogene Drainage
- therapeutische Körperstellungen
Inhalation
siehe hier.
Flutter
Der VRP 1 wirkt durch Druckschwankungen und Luftströmungsänderungen.
Durch den VRP 1 wird:
- dem Bronchialkollaps entgegengewirkt
- der Schleimtransport begünstigt und somit die Lunge besser belüftet
- der Hustenreiz gedämpft
RC Cornet
Dies ist ein neues Hilfsmittel zur Schleimmobilisierung. Es ist ein gebogenes Kunststoffrohr in dessen Inneren sich ein flexibler Gummischlauch befindet. Beim Ausatmen in dieses "Hörnchen" beginnt der Gummischlauch zu flattern. Die entstehenden Schwingungen setzen sich über die Ausatemluft in die Lunge fort und bewirken hier eine Mobilisierung festsitzenden Schleims.
Es ist zu beziehen über alle Apotheken. PZN 841 866 7,
Hersteller:
B. Cegla GmbH
Postfach 1225
56410 Montabaur
Autogene Drainage
Die Autogene Drainage (AD) ist eine Selbsthilfetechnik zur Sekretentfernung aus den Atemwegen.
Phasen:
- vertiefte und langsame Einatmung durch die Nase (kombinierte Bauch- und Brustkorbatembewegungen)
- Atempause von zwei bis drei Sekunden
- Ausatmung: passiv (entspannt, ohne Einsatz der Ausatemmuskulatur, rasche Luftströmung)
- Ausatmung:aktiv (langsam, lang, mit vorsichtigem Einsatz der Ausatemmuskulatur)
Therapeutische Körperstellungen
Man nennt sie auch atemerschwerende Übungen. In den Dehnstellungen muß das Zwerchfell verstärkt arbeiten. Das ist an größeren Bauchatembewegungen zu erkennen. In den jeweils anschließenden Ausruhstellungen erfolgt eine vergrößerte (= vertiefte) Atembewegung.
Was wird mit diesen Übungen erreicht?
- Die Dehnbarkeit des Brustkorbes wird erhalten bzw. verbessert.
- Das Zwerchfell wird aktiver, seine Funktion verbessert sich.
- Die Ausatmung wird leichter.
- Der Transport des Schleims in der Lunge wird unterstützt.
Ein sehr gutes Buch zum Thema Physiotherapie:
"Physiotherapie bei Mukoviszidose"
Leitfaden der krankengymnastischen Techniken für Patienten, Eltern, Krankengymnasten und Ärzte
Es kostet ca. 15,50 € und ist zu beziehen über:
Mukoviszidose Service GmbH
Bendenweg 101
53121 Bonn
Tel: 02 28 / 66 10 26 - 27
Fax: 02 28 / 66 92 64
kurze Inhaltsübersicht (Ausschnitte):
- Wissenswertes über Anatomie und Physiologie des Atemapparates
- Haut- und Muskeltechniken
- Die therapeutischen Körperstellungen
- Die autogene Drainage
- Das Atmen mit VRP1-Desitin
- Die Bedeutung des Hustens, Hustentechniken
- Physiotherapie (viele Abbildungen)
- Atemerleichternde Stellungen
- Inhalation
- Altersgemäße Anwendung der Techniken

